Neue Wege gehen
„Und so geht nun euren Weg ohne Angst und voll Vertrauen“
Unter diesem Leitgedanken stand der Abschlussgottesdienst für die Vorschulkinder im Kindergarten St. Joseph in Hofheim
Am Donnerstag, den 28. Juli 2016, versammelten sich am frühen Abend zu Beginn des traditionellen Übernachtungsfestes die 11 Vorschulkinder mit ihren Eltern und einigen Geschwistern, sowie den Erzieherinnen und Herrn Pfarrvikar Stefan Beetz zu einem Abschiedsgottesdienst.
In der Vorbereitung darauf hatte jedes Kind gemalt, was es im Kindergarten am liebsten gemacht hat; die Erzieherinnen haben auf Fußabdrücke geschrieben, welche Spuren jedes Kind bei ihnen hinterlassen hat und was es so einmalig macht.
Die Eltern hatten auf rote Herzen notiert, was sie ihrem Kind auf den neuen Weg mitgeben möchten, was sie besonders an ihrer Tochter, ihrem Sohn, schätzen und lieben.
Pfarrvikar Beetz, der zum ersten Mal in unserer Einrichtung tätig war, stimmte nach einem gemeinsamen Lied mit einem meditativen Rückblick auf den Gottesdienst ein. Noch einmal erinnerten sich Groß und Klein an die zurückliegenden Jahre und wer dabei Weg-Begleiter war. Wer hat mich zum Kindergarten gebracht und wieder abgeholt? Wer hat mich getröstet, wenn ich traurig war? Mit wem habe ich besonders gerne gespielt und oft beim Essen am Tisch gesessen? Womit habe ich am liebsten gespielt – alleine oder mit anderen?
Die Antworten darauf wurden von den Kindern auf den Weg gelegt, der von der Kreismitte aus wie eine Spirale hin zum Ausgang führte und symbolisch verdeutlichte, dass der (Lebens)Weg nun weitergeht; weg vom vertrauten Kindergarten hin zu etwas Neuem – der unbekannten Schule.
Auch einige Eltern erzählten von ihren guten Erfahrungen, die ihnen in Erinnerung bleiben werden und wofür sie in diesem Zusammenhang dankbar sind.
Im Anschluss leitete Stefan Beetz über zu den Spuren, die die Kinder im Kindergarten, bei ihren Erzieherinnen hinterlassen haben.
Jedem Kind persönlich hat eine seiner „Kindergärtnerinnen“ vorgelesen, was das ganz Besondere an ihm ist und was sie besonders an ihm schätzen. Dabei flossen die ersten Tränen bei Müttern und Erzieherinnen, so berührend waren diese Momente.
Nach einem zusammenfassenden Dankgebet und dem Lied: „Gottes Liebe ist so wunderbar“ las der Pfarrvikar einer seiner Lieblingsstellen, wie er sagte, die Kindersegnung, aus der Kinderbibel vor und deutete sie mit kindgemäßen Worten.
Die anschließenden Fürbitten wurden von Eltern, Erzieherinnen und einem Kind vorgetragen. Der dazwischen gesungene Fürbitt – Ruf „Geh mit uns auf unsern Weg“ passte auch zum gebeteten „Vater unser“.
Eine sehr emotionsgeladene Atmosphäre kam auf, als die Eltern gemeinsam mit ihrem Kind die Jesuskerze festhielten und ihm ihren guten Wunsch zusprachen. So manche Träne der Rührung rollte dabei über die Wangen und ein sehr inniges Gefühl der Zusammengehörigkeit und des Miteinanders war entstanden. Beim Umhängen des Herzens segneten die Eltern gleichsam ihr Kind und bestärkten es etwas wehmütig für den neuen Weg.
Der fröhliche Refrain:
„Gott du schützt mich,
Gott du führst mich
und das macht mir Mut.
Du bist bei mir allezeit,
und darum, ja darum,
geht es mir, Gott, so gut“
zeigte, wie freudig und zuversichtlich die Kinder dem Schulbeginn entgegen gehen und das machte auch den verzagten Eltern wieder Mut.
Das Schlusslied, das wir Erzieherinnen „unseren“ Kindern schenken wollten, sagt alles, was wir ihnen mit auf den Weg geben wollen:
„Gottes guter Segen sei mit euch. Um euch zu schützen, um euch zu stützen auf allen Wegen“…
Dieser irische Segen behüte alle Kinder und Familien, die unsere Einrichtung nun verlassen.
Ein herzliches Vergelt´s Gott Herrn Pfarrvikar Beetz für die einfühlsame Gestaltung des Gottesdienstes und an Monika und Sophie, die uns musikalisch unterstützt haben.
„Es war ein sehr schöner Gottesdienst“ sagten auch viele Eltern, „vielen Dank dafür“.
Danach machten sich die Eltern auf den Heimweg; die Vorschulkinder und ihre Kindergärtnerinnen auf den Weg zum Eisweiher, wo Vertreter der Seegemeinschaft schon mit Bratwurst und Limo auf uns warteten.
Nach einer Schnitzeljagd unter dem Motto: „typisch fränggisch“ fielen die Kinder um 23:30 Uhr ins Bett und sind rasch eingeschlafen. Am nächsten Morgen, nach einem gemeinsamen Frühstück und dem „Rauswurf“ der Kinder auf eine Weichbodenmatte schloss das „Hotel für eine Nacht“ seine Pforten wieder – bis zum nächsten Mal…
Text: Carola Caupert-Müller
Fotos: Kindergarten
