Aschermittwoch 2017


 

„Fasten mit allen Sinnen“

Aschermittwoch im Kindergarten St. Joseph

Aus einem völlig anderen Blickwinkel auf die Fastenzeit heraus gestaltete Frau Claudia Nowak die Aschermittwochsfeier in unserem Kindergarten.

 „Fasten mit allen Sinnen“ war das Thema und schon das Eingangslied machte deutlich, dass Fasten nichts Trauriges, Schweres sein muss, sondern mit Freude und Spaß erlebt werden kann. Jedenfalls hatten die gut 50 Kinder, die Erzieherinnen und Claudia Nowak ein Strahlen im Gesicht, als sie gemeinsam „Einfach spitze“ sangen.

 Danach wurde es spannend, denn die Pastoralassistentin holte etwas Kleines aus ihrem Korb, das sie in ihren Händen verborgen zur Mitte brachte.

Ein Mal kurz gepustet – und schon brach es aus den Kindern heraus: Luftschlangen; Fasching; ich hatte auch mal solche…

„Aber an Aschermittwoch ist der Fasching vorbei“ wusste Sophia. „Da beginnt die Fastenzeit“, erklärte Bastian, „da verzichtet man z. B. auf Süßigkeiten“.

Symbolisch deckten daraufhin zwei Mädchen die bunte Mitte mit einem grauen Tuch ab. Frau Nowak führte die Aussagen der Kinder weiter, dass wir in der Fastenzeit nicht nur verzichten sollen, sondern dadurch auch frei werden für anderes.

Und frei werden können wir mit allen Sinnen. Kennt ihr welche?

 „Ich kann sehen“, meinte ein Junge.

„Stimmt, mit unseren Augen können wir sehen. Doch wie oder wo können wir dabei verzichten?“.

Ratlose Gesichter waren in der Runde zu erkennen. Bis das erste Kind zögernd meinte: „Beim Fernsehen?“ – „Ja!“ „oder beim Tablet, beim Wii-Spielen, am Computer und beim Handy“ sprudelte es dann nur so aus ihnen heraus.

 „Wenn wir auf viel Fernsehen verzichten, dann sind unsere Augen frei und können  schöne Dinge sehen, die um uns herum sind,  z. B. die ersten Blumen draußen im Garten“ erklärte Frau Nowak.

 Nach und nach trugen die Kinder alle Sinne, die sie kannten, zusammen und die Pastoralassistentin legte zu jedem eine entsprechende Bildkarte ab. Dabei fasste sie noch einmal zusammen, worauf wir dabei verzichten können und was wir stattdessen mit diesem Sinn tun könnten; wofür wir dann frei sind.

 Nebenbei bemerkt:

Die Gedanken sind auch für Erwachsene ein gutes Fastenvorhaben!

 Mund:            verzichten auf Süßes; auf böse Worte/petzen/dazwischenreden

                        Statt jammern „ich will“ – „kann ich bitte haben“ (Normalton)

                        Lieber: was anderes essen/ mal probieren; was Liebes sagen, gute

                        Worte

 Auge:             verzichten auf viel Fernsehen

                        Lieber: schöne Dinge sehen: erste Blumen…

 Hand:             verzichten auf schlagen/ wegnehmen

                        Lieber: hergeben, helfen, in den Arm nehmen, Hände falten: beten

 Ohr:                verzichten auf „alles hören wollen“ (Neugier)

                        Lieber: zuhören, Stille, Vögel

 Nach einer biblischen Erzählung über das Fasten und einer kurzen Ansprache mit dem Appell wegen der Fastenzeit nicht traurig zu schauen, sondern lieber das Gute/ Schöne daran zu sehen, denn das macht allen gute Laune, folgte das „Vater unser“ und schließlich die Aschensegnung und das Ascheauflegen.

 Ziemlich ergriffen erlebten die Kinder diesen Moment und als Frau Nowak das Schlusslied:

 „ II: Ich bin von innen, außen, oben, unten glücklich allezeit:II

… seit Jesus zu mir kam, die Sünde von mir nahm…“

 anstimmte erschien es fast so, als fühlten die Anwesenden genau das.

 Danke Claudia und wir freuen uns auf die weiteren „Fastenstündchen“ mit Dir!

                                                                                                                                                   

Text: Carola Caupert-Müller Fotos: Fabiana Trapp